
Sorry, wer jetzt ein saftiges THE CLASH-Mixtape erwartet hat, wird bitterlich enttäuscht. Denn es geht nicht um Joe Strummer, sondern um das „Strumming“. Und NEIN: Es wird dabei nicht schlüpfrig.
„Strumming bezieht sich auf die Technik des Gitarrenspiels, bei der eine oder mehrere Saiten der Gitarre mit einem Plektrum oder den Fingern geschlagen oder gestrichen werden. Durch das Strumming können Gitarrenspieler einen Rhythmus erzeugen und die Melodie des Songs begleiten oder betonen.“
Wusste ich bislang auch nicht, aber Dr. Pop hat mir weitergeholfen, nachdem ich ihm ein paar Beispielsongs genannt hatte. Unter anderem meinen ersten, bewußt wahrgenommenen Song, in dem „gestrummed“ wird: DREAM ATTACK von NEW ORDER. Aber wenn man es einmal benannt hat und dann mal mit offenem Ohr durch den Radiotag geht, ist es schon erstaunlich, wie oft einem dieses „Strumming“ begegnet. Deswegen hier und heute ein paar Perlen aus unterschiedlichen Richtungen, die zeigen, wie vielfältig „Strumming“ eingesetzt werden kann:
Blur – Coffee & TV : Coffee & TV heißt nicht nur der lesenswerte Pop-Blog (und Podcast) von Lukas Heinser, sondern auch einer der besten Songs von Blur – steht leider immer ein wenig im Schatten von SONG 2 auf dem gleichen Album.
Britta – Seltsam, seltsam: Die sogenannte „Hamburger Schule“ war ja eher ein Jungsgymnasium (BLUMFELD als Streber, TOCOTRONIC die Schulsprecher, DIE STERNE und DIE GOLDENEN ZITRONEN als die lustigen Abhänger und …BUT ALIVE als die Klassenrüpel). Aber es gab eben doch ein paar weibliche „Schülerinnen“ an der Schule: So z.B. BRITTA mit der wunderbaren Christiane Rösinger.
Groove Armada – Just for tonight: Kennt man seit Ende der 90er ja eigentlich eher wegen ihrer schmissigen Tanzmusik, aber hier kommt der Beweis: „Strumming“ funktioniert auch im Kontext einer eher elektronischen Band.
Starsailor – Poor Misguided Fool: Gewagte These: Ohne COLDPLAY hätte es für STARSAILOR nicht für einen Plattenvertrag gereicht. Noch gewagtere These: Ohne COLDPLAY würden STARSAILOR heute Stadien vollmachen.
Olli Schulz & Der Hund Marie – Unten mit dem King: Olli Schulz ist nicht nur erfolgreicher Podcaster und meistens sehr lustig, sondern auch ein total unterschätzter, ernster Songwriter und natürlich: Strummer! (PS: Zusätzlich ist er in den ewigen Top 3 der besten kreativsten Album-Titel mit „Brichst Du mir das Herz, dann brech ich Dir die Beine“).
Manic Street Preachers – Ocean Spray: Hassliebe. Es gibt Songs in denen kann ich die Stimme von Sänger James Dean Bradfield schlicht nicht ertragen, dann aber bin ich wieder total gefangen und fasziniert. Und in dem Song : Beides.
Justin Balk – Porridge: Auf der Suche nach dem perfekten ersten Song nach dem Aufwachen an einem strahlenden Sommermorgen? Bitteschön! (Und wem die Stimme bekannt vor kommt: CUCUMBER MEN und nicht ECHT!)
R.E.M. – Me in Honey: Die „gestrummte“ Gitarre sorgt für den hypnotischen roten Faden, die eindringliche Stimme von Kate Pierson (genau, die von den B52s) für den Kontrast im Duett mit Michael Stipe – leider stand der Song immer ein bißchen im Schatten der „Übersongs“ LOSING MY RELIGION und SHINY HAPPY PEOPLE auf dem gleichen Album.
Empire of the Sun – We are the people: Der Song aus der Vodafone-Werbung, dem man zum Glück nicht ausschließlich das Etikett „Der Song aus der Vodafone-Werbung“ verpassen muss.
Tomte – Passt zu meinem Kalender: Bevor Thees Uhlmann solo erfolgreich wurde, war er mit seiner Band TOMTE erfolgreich. Und bevor TOMTE erfolgreich wurden, brachten sie das Album EINE SONNIGE NACHT heraus. Kantig & holprig, mag ich aber sehr. Genau deswegen.
