06 – Alpe d´Huez

Am Sonntag ging die diesjährige Tour de France zu Ende. Die bekannteste Etappe bei der Tour de France (neben der triumphalen Einfahrt in Paris am Ende, die aber in diesem Jahr wegen Olympia ausfallen musste) ist die Ankunft in Alpe d`Huez. Vor der Ankunft steht aber eine unfassbare Schinderei. Der Renntag beginnt ruhig, fast idyllisch, aber die Steigung wird minütlich heftiger und beträgt im Schnitt fast 8%. Auf nicht einmal 14 Kilometern beträgt der zu bewältigende Höhenunterschied mehr als 1000m. Ähnlich der Strecke verläuft auch der Spannungsbogen der Songs auf dem heutigen Mixtape: Ein entspannter, ruhiger Beginn, der sich allmählich steigert und zum Teil in einem ziemlichen Inferno endet. Dieses Mal kommen fast ausnahmslos Freunde der gepflegten Gitarrenmusik auf ihre Kosten, der Anteil weiblicher Stimmen ist gering und die Songs sind überdurchschnittlich lang. Und sie eignen sich nicht nur für die Radtour in den Bergen, sondern auch perfekt fürs Radfahren auf dem flachen Land. Für Euch ausprobiert.

Archive – Fuck U: Ging bei Erscheinung Anfang der 2000er komplett an mir vorbei und habe ich erst im letzten Sommer durch die phantastischen Sommersonntage auf radioeins kennengelernt. Könnte auch prima eine Playlist über die besten „Schlussmach-Songs“ eröffnen. 

dEUS – Instant Street: Beginnt wie ein fluffiger Popsong, bevor nach 3:30 eine Gitarre einsetzt und den Takt für die nächsten 3 Minuten vorgibt. Und die sind sensationell.

Nick Cave & the Bad Seeds – Jubilee Street: Nick Cave kann wie kein Zweiter Geschichten erzählen und in epische Songs verpacken und was hier mit schleppendem Beat beginnt, wird von den Streichern zu einem infernalen und furiosen Finale geführt.

Deftones – Pink Maggie: Die ersten 2:30 Minuten gleichen eher einem anstrengenden Fiebertraum, entladen sich dann aber in einem der besten Songs der Deftones. 2:30 anstrengender Anstieg und dann die rasante Abfahrt.

Motorpsycho – Vortex Surfer: Einer der wichtigsten Songs in meinem Leben, was man in Lukas Heinsers schönem Podcast „Coffee & TV“ nachhören (und dann vermutlich auch verstehen) kann. Der Song geht über 9min und nach ca. der Hälfte explodiert der Song, nachdem er zuvor gemütlich ruhig, aber bedrohlich vor sich hin plätscherte.

Portishead – The Rip: Natürlich hätte man auch jede Menge Songs aus der Ecke EDM (Electronic Dance Music) aufführen können. Der einzige Song, der einen Hauch von Elektronik mitbringt, aber eben nicht klassisches Euphorie-Geballer. Zu Beginn eine klassische, schöne Songstruktur, die dann aus dem Hintergrund plötzlich einen immer druckvolleren Beat bekommt.

Tocotronic – Ich möchte irgendwas für Dich sein: Das Mixtape begann mit einer Art Liebeskummer-Song und endet auch damit. Das hypnotische „Am Ende bin ich nur ich selbst“ klingt wie das Wehklagen eines Abgewiesenen und funktioniert ganz hervorragend als Mantra bei einem nicht enden wollenden Anstieg im Radsattel.