ALLE, die vor 1990 geboren sind und sich auch nur ein bißchen für Musik interessiert haben, hatten früher oder später eins in der Hand: Meist als klassische Kassette, später dann als selbstgebrannte CD (oder sogar MiniDisc). Mixtapes prägten und sozialisierten mehr als eine Generation. Ein Mixtape war immer ein Spiegel der Befindlichkeit des Erstellers und ein verschenktes Mixtape war immer ein 90minütiger Blick in die Seele des Schenkenden. Die Songauswahl, die Reihenfolge, die Übergänge, eventuelle Zwischenstück oder Unterbrechungen aus Filme oder Hörspielen – das alles hatte Bedeutung. Natürlich gab es auch simple chronistische Mixtapes, in denen die aktuellen Charts aus dem Radio dokumentiert, aktuelle Lieblingssongs aneinandergereiht oder die raren Maxis aus der Schlagerrallye auf WDR2 mitgeschnitten wurden. Um die soll es hier aber weniger gehen.
Heute ist das Gefühl, dass mit diesen Mixtapes einher geht, völlig verloren gegangen. Musik wird nicht mehr von Kassetten abgespielt, nur noch selten werden CDs gekauft und noch seltener Mix-CDs selber gebrannt, von MiniDiscs ganz zu schweigen. Musik wird gestreamt. Die grenzenlose und ständige Verfügbarkeit von gigantischen Musikkatalogen (die ja eigentlich ganz wunderbar ist – die Künstlerseite lassen wir an dieser Stelle mal außen vor) stößt aber an ihre Grenzen, wenn dadurch endlose Playlisten entstehen, deren einziger Kontext „läuft nebenbei und stört nicht“ ist.
45Mixtapes wollen das ändern und zumindest ein bißchen des alten „Mixtape-Gefühls“ wiederbeleben: Die Mixtapes sind auf 45 Minuten Länge begrenzt (also eine Seite einer 45 Minuten-Kassette) und sie stehen in einem bestimmten Kontext, bzw. haben ein konkretes Thema als roten Faden. Dazu gibt es zu jedem Song einen Satz, der die Auswahl des Songs ein wenig einordnen soll.
Wenn Du eine Idee für ein Thema hast, welches mal in einem Mixtape verewigt werden sollte: Lass es mich wissen und melde Dich bei mir über die üblichen Kanäle (eMail, Instagram & Twitter). Und wenn DU mal ein Mixtape hier veröffentlichen möchtest, dann sowieso 🙂
