03 – Crowded Krauts

Crwoded Krauts

Hast Du schon mal im Ausland über deutsche Musik gesprochen? Schwieriges Thema. In der Regel kommen vom Gegenüber 3 Namen, die dann als Aushängeschild für „deutsche“ Musik herhalten müssen: Rammstein, Scorpions und Scooter.

Deutsche Bands, die einen unverwechselbaren, internationalen Sound haben und die eben nicht auf Deutsch singen. Es gibt sie. Wie die hier Vorgestellten: Man hört ihnen garantiert nicht an, ob sie aus UK, Schweden, Australien oder Griechenland kommen. Oder aus Weilheim. 

Camouflage – That Smiling Face: Über 30 Jahre hat der Song nun auch schon auf der Uhr, und wann wenn nicht hier ist die Phrase angebrachter: Man hört es ihm nicht an.

Blackmail – Airdrop: Ein ganz gemächlicher Beginn, der dann in einem symphonischen Crescendo mündet, aber so richtig Dampf bekommt der Song nach ca. 2 Minuten, denn dann kommen die hypnotische Stimme von Aydo Abay und die bis dahin ruhende Gitarre zusammen und erschaffen einen ganz eigenen, besonderen Moment, der leider viel zu schnell wieder vorbei ist. 

Miles – My friend Boo: Bevor Tobias Kuhn die Soloalben von Thees U. aus HH glattgebügelt  produziert hat, gabs diesen fluffigen Surfausflug mit seiner ursprünglichen Band Miles. 

Pyogenesis – Blue Smileys Plan: Hört man nicht, ist aber eigentlich eine Metal-Band aus dem Schwäbischen, die sich hier aber mal verkleidet und glatt als US-College-Radio-Lieblinge durchgehen könnten.

Donots: Stop the clocks: Eigentlich ein ganz untypischer, weil wenig punkiger Donots-Song, aber gerade deswegen ein herausragender Höhepunkt in deren Oeuvre.

Patrice: Sunshine: Es regnete in Strömen und zu der Veranstaltung tauchten 10 Leute auf (6 davon gehörten zu mir), aber Patrice hat durchgezogen und am Ende schien im wahrsten Sinne des Wortes die Sonne über dem Berliner Platz in Essen. 

Moderat – Rusty Nails: Moderat bringen immer noch Indie-Vibes in die Berliner Elektronik-Szene.

The Notwist – Kong: Seit 1990 regiert die Band von Weilheim in Oberbayern aus ein Indie-Imperium und klingt hier fast ein wenig nach Arcade Fire (oder klingen Arcade Fire einfach manchmal nach The Notwist?).

Beatsteaks – Cut off the top: Nochmal Berlin, diesmal die Beatsteaks, mit denen ich mich lange schwer getan habe: Sollte jeder mal live gesehen haben.

Tigerbeat – Alright: Laut hören und ich verspreche einen 9-Minuten-Ausflug in einen kleinen, knüppelvollen Club, in dem der Schweiss von der Decke tropft und das kalte Bier nur kurz Linderung verschafft.